Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Bereiche rund um das Thema Steuern, Steuererklärungen, Finanz- und Lohnbuchhaltung, Existenzgründung und alle weiteren Themen, die wir für Sie hier zusammengestellt haben.

Diese Informationen entsprechen standardisierten Definitionen, die evtl. auf individuelle Sachverhalte nicht übertragbar sind.

Bei allen Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Seite.

Einkommensteuer

Was ist die Einkommenssteuer?

Die Einkommensteuer ist eine Gemeinschaftssteuer, die auf das Einkommen aller natürlichen Personen erhoben wird. Sie stellt eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates dar.

Wer muss Einkommensteuer zahlen?

Die Einkommensteuer wird von jedem bezahlt, dessen Einkünfte nicht durch die Lohnsteuer oder durch die Kapitalertragssteuer abgedeckt sind. Einkommensteuer zahlen Ärzte, Versicherungsmakler, Autohändler, Vermieter, Steuerberater, Rechtsanwälte und viele weitere Selbstständige und Gewerbetreibende. Es muss auch Einkommensteuer bezahlt werden, wenn Sie ein Gewerbe neben Ihrem Angestelltenverhältnis ausüben.

Welche Einküfte gibt es?

Im Einkommensteuergesetz gibt es sieben Einkunftsarten. Diese Einkunftsarten sind:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirschaft § 13-14a EStG
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb § 15 EStG (Handelsvertreter, Gastronomen, Autohändler, Einzelhändler usw.)
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit § 18 (Steuerberater, Ärzte, Rechtsanwälte, Autoren, Blogger)
  • Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit § 19 EStG (Angestellte Arbeinehmer)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen § 20 EStG (Dividenden, Kursgewinne, Zinsen aus Darlehen)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung § 21 EStG (Vermietung einer Eigentumswohnung)
  • sonstige Einkünfte § 22 (Renten, Private Veräußerung, Immobilienverkäufe)

Wann muss die Einkommensteuer bezahlt werden?

Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer und somit am Ende des Jahres fällig. Damit jedoch nicht eine große Zahlung geleistet werden muss, werden Einkommensteuervorauszahlungen geleistet. Die Einkommensteuervorauszahlungen sind vierteljährlich jeweils zum 10.03., 10.06., 10.09. und 10.12. fällig.

Muss man ab dem ersten Euro Einkommensteuer zahlen?

Nein, für Einkünfte im Jahr 2019 müssen diese erst ab 9.408,00 € versteuert werden (Grundfreibetrag 2019 für Ledige).

Gibt es Fristen bei der Einkommensteuererklärung?

Ja, die Einkommensteuererklärung muss bis zum 31.05. beim Finanzamt abgegeben werden. Eine Ausnahme gewährt das Finanzamt, wenn der Steuerpflichtige steuerlich vertreten wird. Durch die Beauftragung des Steuerberaters ist die Frist der 31.12.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind die Kosten die zur Sicherung, Erhaltung und Erwerbung einer Tätigkeit anfallen, das sind:

  • Fahrkosten (tägliche Fahrten zur Arbeit, Familienheimfahrten)
  • Kontoführungsgebühren
  • Berufskleidung (mit Einschränkungen, siehe Downloads)
  • Fachliteratur
  • Fortbildungskosten (Sonderfall: Zweitausbildung)

Gibt es einen Unterschied zwischen Einkommensteuer und Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer wird dem Arbeitnehmer vom Lohn abgezogen und durch den Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Dies geschieht monatlich mit der Lohnabrechnung durch den Arbeitgeber. Die Einkommensteuer wird vom Steuerpflichtigen selbst an das Finanzamt abgeführt. Der Unterschied ist hier nur während dem Jahr vorhanden. Am Jahresende gelten für die Einkommensteuer und die Lohnsteuer die selben Prozentsätze, Gesetze und Vorgabe. Der Vorteil bei der Einkommensteuerzahlung ist, dass die Vorauszahlungen während des Jahres angepasst werden können.

Lohnt es sich als Arbeitnehmer / Angestellter eine Einkommensteuererklärung anzugeben?

Im Normalfall lohnt sich die Abgabe der Einkommensteuererkärung für den Arbeitnehmer, da er hierdurch Werbungskosten geltend machen kann. Diese Werbungskosten mindern das zu versteuernde Einkommen und führen zu einer geringeren Steuerlast.

Was ist die vorausgefüllte Steuererklärung?

Die Vorausgefüllte Steuererklärung ist die Automatisierung der Veranlagung. Es werden hierbei von Insituten alle nötigen Informationen an die Finanzverwaltung übermittelt. Dies betrifft Kapitalerträge bei Banken, Versicherungen, Rentenbezüge und Lohnsteuerdaten. Der Gedanke der Automatisierung ist die Bekämpfung des Papieraufkommens in der Finanzverwaltung und bei Steuerberatern. Wir selbst arbeiten seit dem 2014 mit der Vorausgefüllten Steuererklärung, weil es die Umwelt erheblich schont.

Körperschaftsteuer

Was ist die Körperschaftsteuer?

Als Körperschaftsteuer (KSt) wird die Steuer auf das Einkommen von juristischen Personen bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder AG. Die KSt wird vom Bund auf das Einkommen von juristischen Personen erhoben. Sie entspricht der Einkommensteuer bei natürlichen Personen.

Was ist eine Körperschaft?

Eine Körperschaft ist ein Zusammenschluss, welcher das Ziel hat Gewinne zu erzielen. Hierunter fallen Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Kommanditgesellschaften (KG) und weitere Ausprägungen dieser Gesellschaftsformen.

Wie berechnet sich die Körperschaftsteuer?

Die Berechnung der Körperschaftsteuer ist einfach. Aktuell beträgt der Steuersatz 15%. Hinzugerechnet wird der Solidaritätszuschlag, sodass sich die Gesamtbelastung insgesamt auf 15,825% beläuft.

Zu versteuerndes Einkommen x 15,825% = Körperschaftsteuer inkl. Soli

Einen Freibetrag gibt es – anders als bei der Einkommensteuer – in der Regel nicht. Ausnahmen gelten für landwirtschaftliche Genossenschaften oder Vereine.

Gewerbesteuer

Was ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer besteuert den Gewerbeertrag eines Unternehmens und errechnet sich über die Kennzahlen Steuermesszahl und Hebesatz, der von den Gemeinden selbst bestimmt werden kann.

Wer muss Gewerbesteuer zahlen?

Die Gewerbesteuer wird von allen Gewerbetreibenden gezahlt. Selbstständige (Katalogberufe) zahlen keine Gewerbesteuer, da Sie keinen Gewerbetrieb haben.

Was ist ein Gewebebetrieb?

Als Gewerbebetrieb wird grundsätzlich ein kaufmännisch eingerichteter Betrieb gesehen, der nicht selbständig ist.

Ab wann zahlt man Gewerbesteuer?

Für Gewerbetreibende gilt ein Freibetrag in Höhe von 24.500 €, erst wenn dieser Freibetrag bei der Berechnung überschritten wird, fällt Gewerbesteuer an.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer bemisst sich grundsätzlich nach dem Gewinn bzw. Ertrag des Gewerbebetriebs.
Durch Hinzurechnung und Kürzung des Gewinns um bestimmte Faktoren bleibt der Gewerbeertrag übrig, der ggf. noch um den Freibetrag gekürzt wird.
Der gekürzte Gewerbeertrag wird nun mit dem Steuermessbetrag und dem Hebesatz multipliziert.
Das genaue Ermittlungsverfahren ist im Gewerbesteuergesetz nach § 8 ff. GewStG festgelegt.

Wer bestimmt die Höhe der Gewerbesteuer?

Für die zu zahlende Höhe der Gewerbesteuer ist die jeweilige Gemeinde zuständig. Die Gemeinde legt hierfür den Hebesatz fest.

Was ist der Hebesatz?

Der Hebesatz ist ein Element bei der Berechnung der Gewerbesteuer. Er kann von jeder Gemeinde individuell festgelegt werden.
Die Berechnung der Gewerbesteuer ist in mehrere Stufen eingeteilt, wobei der Hebesatz den Abschluss bildet. Mit ihm wird der Steuermessbetrag multipliziert, um die Steuer zu berechnen.

Wie hoch ist der Hebesatz?

In der Regel ist der Hebesatz in einer großen Stadt oder einem Ballungsgebiet höher als in ländlichen Gebieten. Saarbrücken hat zum Beispiel einen Hebesatz von 450%, während die Gemeinden im Umland niedrigere Hebesätze haben.

Zum Vergleich haben die fünf größten Städte in Deutschland folgende Hebesätze:

  • Berlin – 410%
  • Hamburg – 470%
  • München – 490%
  • Köln – 475%
  • Frankfurt a.M. – 460%

Erbschaftssteuer

Was ist die Erbschaftssteuer?

Die Erbschaftssteuer besteuert die Vermögungsübertragung von Todes wegen.

Was ist die Schenkungssteuer?

Die Schenkungssteuer besteuert die Vermögungsübertragung unter Lebenden.

Wieso werden Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer zusammen gefasst?

Die Erbschafts- und Schenkungssteuer werden durch das gleiche Gesetz abgedeckt. Für beide Steuerarten gelten die gleichen Regelungen, Bewertungs- und Berechnungsmethoden.

Wie wird die Erbschafs- oder Schenkungssteuer ermittelt?

Die Höhe der Erbschafts- und Schenkungssteuer sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Zuerst muss festgestellt werden, wer vererbt oder schenkt wem etwas. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer ist nach den Verwandtschaftsverhältnissen aufgebaut. Danach kommt es auf die Sache an die verschenkt oder vererbt wird.

Was kann ich vererben oder verschenken?

Es kann im Grunde alles vererbt oder verschenkt werden. Das können Immobilien, Unternehmen, Unternehmensanteile, Bargeld, Aktien, Schmuck, Rohstoffe (Gold, Silber) oder sonstige Sach und Wertvermögen.

Kann ich selbst bestimmen wer was erbt?

Ja durch ein Testament kann der gesamte Nachlass geregelt werden. Für die rechtlichen Aspekte sollte hier ein Rechtsanwalt oder Notar zu rate gezogen werden. Die steuerlich optimalste Lösung kann durch den Steuerberater ermittelt werden.

Muss ich jedes Geschenk dem Finanzamt melden?

Laut Gesetz müsste grundsätzlich jedes Geschenk an das Finanzamt gemeldet werden. Jedoch gibt es hier Ausnahmen für alle kleineren Geschenke und Geldbeträge. Das Taschengeld ist somit nicht schenkungssteuerpflichtig und muss auch nicht an das Finanzamt gemeldet werden.

Gibt es Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer?

Ja die gibt es. Die Freibeträge sind abhängig vom Verwandtschaftsgrad und unterscheiden sich folgendermaßen:

  • beim Ehegatten 500.000 €
  • bei den Kindern 400.000 €
  • bei den Enkeln 200.000 €
  • bei den Urenkeln 100.000 €
  • bei Geschwistern 20.000 €
  • bei den Stiefeltern 20.000 €
  • bei den Schwiegereltern 20.000 €

Wen soll ich für erbschaftssteuerliche und schenkungssteuerliche Beratungen Fragen?

Am besten Rufen Sie uns direkt an und vereinbaren einen Termin, wir können Ihnen zugeschnitten auf Ihre persönlichen Verhältnisse das Optimale bieten. Unabhängig ob Erbschaftsteuererklärung oder Schenkungssteuererklärung wir beraten Sie damit der Erbe oder Beschenkte mehr von Ihrem Vermächtnis oder Geschenk hat.

© Copyright - Steuerberater Blieskastel